Medizin -

Endoskopiekamera macht kein Bild zweimal

Bei der Kapselendoskopie schluckt der Patient eine Pille, in der sich eine Mikrokamera verbirgt, die auf dem Weg durch den sechs Meter langen Dünndarm Tausende von Aufnahmen macht. Die Bilder werden zeitgesteuert ausgelöst, auch wenn sich das Endoskop noch nicht bewegt hat. Dadurch entstehen redundante Daten, die das medizinische Personal händisch filtern muss.

Im Forschungsprojekt Endotrace haben das Fraunhofer IZM zusammen mit Ovesco Endoscopy und AMS eine Kapsel entwickelt, deren Kameras durch Bewegung auslösen, was die Redundanz auf ein Minimum reduziert. Außerdem wird im Vergleich zu herkömmlichen Produkten ein größerer Bildausschnitt dargestellt und eine höhere Bildschärfe erreicht. Die bonbongroße Tablette enthält fünf Kameras, einen Tracer, einen Rechenspeicher, eine LED und Batterien.

Wenn sich das Muster der Darmzotten verändert, erhält die Recheneinheit ein Signal. Erst bei einer Verschiebung um 2 bis 3 mm wird ein neues Foto aufgenommen. Insgesamt entstehen nur etwa halb so viele Daten, was die Diagnose erheblich vereinfacht. Krankheiten wie Magen-Darm-Blutungen lassen sich so schneller diagnostizieren und behandeln. Die Kapsel hat bereits die Marktreife erlangt und durchläuft nun den Zulassungsprozess.

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