Forschung -

Flexible Touchscreen-Tags

Ob in Kaffeemaschinen, im Auto oder im Smart Home – Touchscreens sind mittlerweile allgegenwärtig. Nun können Nutzer damit ohne zusätzliche Hardware oder aufwendige Rekonfigurationen Alltagsgegenstände mit dem Internet of Everything verbinden.

Das belgische Forschungs- und Innovationszentrum für Nano- und Mikroelektronik Imec und das niederländische Institut für angewandte Naturwissenschaft TNO haben flexible Identifikationsetiketten, sogenannte C-Touch-Tags, als Leseschnittstellen für herkömmliche kapazitive Touchscreens entwickelt. Damit lassen sich Papier- und Kunststoffoberflächen wie bei Tickets, zertifizierten Dokumenten oder Bezahlkarten mit einer eindeutigen Kennung versehen, die über kapazitive Kopplung ausgelesen werden kann.

Die 12-Bit-Chips enthalten 439 Dünnfilmtransistoren, versorgt von einer Dünnfilmbatterie oder -solarzelle, die Energie aus dem Licht des Bildschirms generiert. Mit 0,6 V Spannung benötigen sie eine Leistung von 38 nW und erreichen eine asynchrone Datenrate von bis zu 36 Bits pro Sekunde, je nach Leseleistung des Touchscreens.

Im Gegensatz zu RFIDs wie NFC ist keine externe Antenne vonnöten, da der Chip eine 0,8 cm² große monolithische Antenne integriert. Dadurch sparen die Tags Größe, Gewicht und Kosten ein. Aufgrund ihrer sehr geringen Reichweite sind sie außerdem sicherer und daher für Zahlungssysteme oder Zugangskontrollpunkte geeignet.

In Zusammenarbeit mit dem Spielehersteller Cartamundi haben die beteiligten Forscher C-Touch in ein Brettspiel eingebaut. In Zukunft will Imec die Performance der Technologie verbessern, die Funktionalität um eine bidirektionale Kommunikation erweitern und weiterhin mit Unternehmen an konkreten Produkten in verschiedenen Einsatzgebieten arbeiten.

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