HF-, EMV-Messtechnik -

High-End-VNA mit neuartigem Bedienkonzept

Mit dem Vektornetzwerkanalysator R&S ZNA präsentiert Rohde & Schwarz eine leistungsstarke Testplattform zur Charakterisierung aktiver und passiver Messobjekte. Die neue Serie startet mit den beiden Modellen ZNA26 (Frequenzbereich von 10 MHz bis 26,5 GHz) und ZNA43 (10 MHz bis 43,5 GHz), die jeweils als Zweitor- und Viertor-Ausführung angeboten werden. Weitere Modelle mit Frequenzbereichen bis 67 GHz sollen folgen. Die Analysatoren bieten eine Messdynamik von typisch 146 dB und ein niedriges Messkurvenrauschen von 0,001 dB bei 1 kHz ZF-Bandbreite, um Messungen an hochsperrenden Filtern zu ermöglichen.

Vier unabhängige Quellen

Der ZNA enthält bis zu vier phasenkohärente Quellen, eine echte Mehrkanalarchitektur mit acht parallelen Empfängern sowie zwei interne Lokaloszillatoren. Gegenüber bisherigen Geräten vereinfacht dies den Messaufbau, so dass sich frequenzumsetzende Komponenten, Verstärker und selbst komplexe Sende-/Empfangsmodule nach einmaligem Anschließen effizient charakterisieren lassen.

So ist es mit dem Hardwarekonzept möglich, an einem Mischer die HF- und ZF-Leistung gleichzeitig zu messen und so die Messgeschwindigkeit zu verdoppeln. Für Verstärkermessungen bietet der Netzwerkanalysator einen Pegel-Sweep-Bereich von 100 dB, einen Pulsgenerator und -modulator pro Messtor sowie eine optionale Spektrumanalysefunktion. Konversions-, Phasen- und Gruppenlaufzeitmessungen mit vektorieller Fehlerkorrektur führt der ZNA im Vergleich zum konventionellen Ansatz doppelt so schnell durch – und benötigt dabei keinen externen Referenzmischer.

Zur schnelleren und einfacheren Konfiguration bietet der ZNA einen neuartigen Lösungsansatz, der sich am Messobjekt (DUT) orientiert. Dabei wählt der Benutzer zunächst den Typ des Messobjekts (etwa Mischer oder Verstärker), anschließend werden in Dialogen schrittweise die gewünschten Messungen, spezifische Messparameter und der Messaufbau abgefragt. Alternativ ist eine klassische Parametrierung mit individueller Nutzereingabe möglich, womit das Messgerät hohe Flexibilität zur Bewältigung anspruchsvoller Messaufgaben bietet.

Touchscreen ersetzt Hardkey-Bedienpanel

Als erster Vektornetzwerkanalysator am Markt wird der ZNA vollständig über eine Touchoberfläche bedient – der Ein/Aus-Schalter ist das einzige mechanische Bedienelement. Als Hauptdisplay dient ein 30,7-cm-Touchscreen (12,1 Zoll) mit WXGA-Auflösung (1280 x 800 Pixel). Anstelle des herkömmlichen Bedienpanels kommt ein zweiter Touchscreen mit 17,8 cm Diagonale (7 Zoll) und 480 x 800 Pixel Auflösung zum Einsatz.

Der Netzwerkanalysator enthält einen Core-i7-Prozessor und 16 GByte DDR3-RAM. Als Betriebssystem verwendet er Windows 10 IoT Enterprise. Frontseitig stehen drei USB-2.0-Anschlüsse zur Verfügung. An der Rückseite sind unter anderem LAN, USB 2.0 und 3.0, DVI-D und DisplayPort sowie Ein- und Ausgänge für Trigger und Referenzsignale vorhanden. Die Messeingänge sind je nach Modell als 3,5-mm-, 2,92-mm- oder 2,4-mm-Steckverbinder realisiert.

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