Editorial -

Jedes Ding im Netz ist ein Ziel

Rod Beckstrom, US-amerikanischer Autor, Hightech-Entrepreneur und Cybersecurity-Experte, hatte es schon vor Jahren auf den Punkt gebracht: Alles, was vernetzt ist, lässt sich hacken. Und weil heute mehr oder weniger alles ans Netz geht, ist folglich auch alles angreifbar. Das ‚Beckstrom‘sche Gesetz der Cybersicherheit‘ aus den Kindertagen der Industrie 4.0 ist heute aktueller denn je: Sabotage, Datendiebstahl und Spionage im Internet of Things bescheren der deutschen Industrie einen Schaden, den der Digitalverband Bitkom im vergangenen Jahr auf etwa 43 Milliarden Euro schätzte. Demnach sind sieben von zehn Industrieunternehmen betroffen; häufig sind E-Mails und Kundendaten das Ziel der Angriffe, oft aber auch Patente, Forschungsergebnisse oder – auf direktem Weg – die Produktionsanlagen.

Zu den Zielen von Cyberkriminellen zählen immer häufiger Embedded-Systeme im IoT, die einem besonderen Sicherheitsrisiko unterliegen, wenn ihre Schutzvorkehrungen, etwa eine Verschlüsselung, in Software umgesetzt wurden. Hardwarebasierte Sicherheit in Form dedizierter Embedded-­Security-ICs erreicht ein deutlich höheres Schutzniveau: beispielsweise mittels Kombinationen aus kryptografischen Algorithmen und sogenannten Physically Unclonable Functions (PUFs), die aus den physikalischen und elektrischen Eigenschaften eines Schaltkreises dessen digitalen Fingerabdruck als sicheren Schlüssel erzeugen.

Kryptografie und Authentifizierung anhand von Schlüsseln zu implementieren, ist ein komplexes Unterfangen und fremdes Terrain für die meisten Embedded-Entwickler. In unserer Rubrik ‚Embedded Engineering‘ stellen wir Ihnen ab Seite 14 einen Authentifikator-IC vor, der diese Aufgabe deutlich vereinfachen soll. Er nutzt zum einen die oben genannte PUF-Technologie und ist zum anderen mit einer SHA3-256-Kryptografie-Engine ausgestattet, um Produktfälschungen, invasive Angriffe und unbefugte Nutzung zu verhindern.

Im Namen meines Redaktionsteams wünsche ich Ihnen eine informative und nützliche Lektüre.

Herzlichst

Ihr

Dr. Matthias Laasch

Chefredakteur

matthias.laasch@at-fachverlag.de

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