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IoT-Umfrage Sicherheit bleibt Kernthema bei der IoT-Implementierung

Der Elektronikdistributor Farnell hat die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Internet of Things veröffentlicht. Sie zeigen, dass knapp die Hälfte (49 %) der Befragten bereits Künstliche Intelligenz in ihren IoT-Anwendungen verwenden, wobei maschinelles Lernen die am häufigsten genutzte Technologie ist (28 %) und oft Cloud-basierte KI eingesetzt wird (19 %). Die Anwendung von KI im IoT-Design geht mit einem wachsenden Zutrauen einher, eine Führungsrolle bei der IoT-Entwicklung zu übernehmen, wobei sich eine zunehmende Zahl von Befragten selbst als Innovatoren sehen. Es ist jedoch immer noch offensichtlich, dass einige Entwickler (51 %) zögern, KI zum Einsatz zu bringen – entweder aufgrund der Neuheit der Technologie oder weil sie spezielles Know-how zur Implementierung von KI in IoT-Anwendungen benötigen.

Weitere Ergebnisse dieser globalen IoT-Umfrage von Farnell verdeutlichen, dass Sicherheit weiterhin das wichtigste Thema für Entwickler bei der IoT-Implementierung ist. Obwohl 40 % der Befragten im Jahr 2018 Sicherheit als ihr größtes Anliegen angaben und dieser Prozentsatz im Jahr 2019 auf 35 % gesunken ist, liegt er aufgrund der Art von Daten, die von Dingen (Maschinen) und Menschen gesammelt werden und die sehr sensibel und personenbezogen sein können, immer noch deutlich über der Konnektivität und Interoperabilität. In Unternehmen, die neue IoT-Projekte in Angriff nehmen, hat die IoT-Sicherheit oberste Priorität, wobei sie Hardware- und Softwaresicherheit implementieren, um Schutz vor potenziellen Bedrohungen jeglicher Art zu gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt sind die Eigentumsrechte an den gesammelten Daten. In diesem Zusammenhang gaben 70 % der Befragten an, dass die von einem Edge-Gerät gesammelten Daten lieber ihr Eigentum als das Eigentum des IoT-Lösungsanbieters sein sollten.

Obwohl es viele Entwickler (46 %) noch immer vorziehen, eine vollständige Edge-to-Cloud- und Sicherheitslösung selbst zu entwickeln, zeigt die Umfrage, dass die Bereitschaft zur Integration produktionsfertiger Lösungen, wie SmartEdge Agile und SmartEdge IIoT Gateway, die eine umfassende End-to-End-IoT-Lösung bieten, steigt. Im Vergleich zu 2018 bestätigten 2019 12 % mehr Befragte, dass sie Drittanbietergeräte in Betracht ziehen würden, insbesondere wenn die internen Fachressourcen begrenzt sind oder die Markteinführungszeit von entscheidender Bedeutung ist.

Hardware- und Softwarevielfalt verbessert Chance für Innovationen

Ein wichtiger Trend, der aus der Umfrage im letzten Jahr hervorging, hat sich 2019 fortgesetzt. Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass das wachsende Angebot an Hardware zur Unterstützung der IoT-Entwicklung auch künftig neue Möglichkeiten bietet. Mehr Befragte als bisher weisen auf die spürbare Innovationskraft von Start-ups hin (33 gegenüber 26 %), die von der breiten Verfügbarkeit modularer Lösungen und Einplatinencomputer auf dem Markt profitieren. Der Anteil der Befragten, die Standardhardware einsetzen, ist ebenfalls von 50 % im Jahr 2018 auf 54 % gestiegen.

Cliff Ortmeyer ( Bild), Global Head of Technical Marketing bei Farnell, erklärt: „Die Möglichkeiten im Bereich Internet der Dinge und KI nehmen weiter zu, was auf den Zugang zu einer steigenden Anzahl von Hardware- und Softwarelösungen zurückzuführen ist, mit denen Entwickler Produkte schneller als je zuvor und ohne die Notwendigkeit von spezialisiertem Fachwissen auf den Markt bringen können.“ Dies öffne das Internet der Dinge für neue Teilnehmer und biete mehr Entwicklern Chancen, Innovationen hervorzubringen, so Ortmeyer.

Trotz der raschen Verbreitung von intelligenten Lösungen wie Alexa von Amazon und Google Home im Alltag, die eine weit verbreitete Akzeptanz von IoT im Verbrauchersektor belegen, haben die Initiatoren der Umfrage 2019 eine leichte Fokusverschiebung weg von der Heimautomatisierung festgestellt: Der Anteil der Befragten, die sie als die wirkungsvollste IoT-Anwendung der nächsten fünf Jahre bezeichneten, hat sich von 27 auf 22 % reduziert. Industrielle Automatisierung und Smart Cities legten mit 22 beziehungsweise 16 % zu, was auf einem zunehmenden Verständnis des Mehrwerts beruht, den IoT-Daten Unternehmen bringen können (von 44 % im Jahr 2018 auf 50 % im Jahr 2019). Dieser Trend ist in der Industrie zu beobachten, in der mehr Fertigungsbetriebe ihre Roboterfertigung auf Voll- oder Halbautomatisierung umstellen und vermehrt in ­vorausschauende Wartung investieren, um Produktionsausfallzeiten zu reduzieren.

Die Umfrage wurde zwischen September und Dezember 2019 mit 2015 Befragten aus 67 Ländern in Europa, Nordamerika und im APAC-Raum durchgeführt. An der Umfrage nahmen überwiegend Entwickler, die an IoT-Lösungen arbeiteten (59 %), sowie Käufer von Bauelementen für IoT-Lösungen, Bastler und Maker teil.

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