Forschung -

Unter dem Rauschen verborgen

Informationen werden ausschließlich digital verschlüsselt, obwohl Glasfasernetze sie optisch übertagen. Egal welche Kodierungsmethode zum Einsatz kommt – mit ausreichend Rechenleistung lassen sich die Daten aufzeichnen und entschlüsseln. Optische Verfahren hingegen können sie völlig tarnen.

BGN Technologies, das Technologietransfer-Unternehmen der israelischen Ben-Gurion-Universität in Negev (BGU), hat eine volloptische Ende-zu-Ende-Verschlüsselungstechnologie für hochsensible Daten im Cloud-Computing oder in Rechenzentren entwickelt. Mithilfe optischer Standardausrüstung kann das Forschungsteam die faseroptische Übertragung vollkommen verdecken.

Anstatt nur eine Wellenlänge zu verwenden, verteilt die Methode den Datenstrom über ein etwa 1000-mal breiteres Spektrum als im digitalen Fall. So erzeugt sie absichtlich mehrere schwächere Datenströme, die unter dem stärkeren, inhärenten Rauschen verborgen bleiben. „Im Grunde machen wir es uns zunutze, dass man Daten, die man nicht sieht, auch nicht stehlen kann“, sagt Dan Sadot, Professor des Lehrstuhls für Elektrooptik an der BGU.

Die Forscher erstellten außerdem eine Phasenmaske, die die Phase jeder Wellenlänge ändert. Diese lässt sich nicht offline aufzeichnen, sodass die Daten zerstört werden, wenn ein Hacker versucht, auf sie zuzugreifen. Ohne den richtigen Code ist eine Rekompilierung nicht mehr möglich. Da jedes Rechenzentrum 100G- und 400G-Leitungen hat, die zum Teil von Ende zu Ende verschlüsselt, erfordert das Verfahren keine neue Infrastruktur.

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